Manuelle Therapie

  1. Manuelle Therapie nach Maitland
  2. Manuelle Therapie nach Cyriax
  3. Manuelle Therapie nach DGMM
  4. Manuelle Therapie nach IFK

1. Das Maitland Konzept

Geoffrey D. Maitland, australischer Physiotherapeut und Mitbegründer der International Federation of Orthopaedic Manual Therapy (IFOMT), entwickelte sein manualtherapeutisches Behandlungskonzept von Funktionsstörungen im Gelenk-, Muskel- und Nervensystem während der 50er Jahre.

Heute übernimmt die International Maitland Teachers Association (IMTA) die Weiterentwicklung und Verbreitung des Konzeptes in Europa, Südafrika und Nordamerika.

Manuelle Therapie nach Maitland

Im Maitland Konzept bewegt sich der Therapeut mit seinen Überlegungen auf zwei Ebenen, einer eher theoretisch-diagnostischen und einer eher klinischen Ebene. Die Grenzen dieser Ebenen sind fließend:

Klinische Ebene

Auf der klinischen Ebene befindet sich der klinische Aspekt des vorliegenden Syndroms, zum Beispiel Schmerz, eingeschränkte Beweglichkeit und/oder Kraftverlust. Ebenso finden sich hier auch die Geschichte des Patienten und sein Bericht über das Problem, wie auch die Ergebnisse der Funktionsuntersuchung durch den Therapeuten

Theoretische Ebene

Mit Hilfe theoretischen Wissens werden Arbeitshypothesen aufgestellt und ständig neu evaluiert und angepasst. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Patienten und in ständigem Austausch mit der klinischen Ebene. Die Arbeitshypothesen dienen zur Optimierung des therapeutischen Vorgehens.

Die Befundaufnahme

Subjektive Befundaufnahme: der Therapeut stellt gezielte Fragen, um erste Hypothesen über die Ursache des aktuellen Problems zu erstellen.

Objektive Befundaufnahme: In der Funktionsuntersuchung werden die vorher aufgestellten Hypothesen überprüft. Der Therapeut passt die Funktionsuntersuchung in Ausmaß und Intensität individuell an den Patienten an. Sie kann aus folgenden Tests bestehen:

  • Inspektion
  • Funktionelle Demonstration
  • Tests zur Überprüfung der aktiven Beweglichkeit
  • Tests zur Untersuchung der passiven Beweglichkeit der Gelenke (auf Schmerz, Bewegungseinschränkung und muskuläre Schutzspannung) und Palpation der Weichteile
  • Neurologische Untersuchung
  • Tests zur Bewertung der neurodynamischen Beweglichkeit
  • Tests zur Überprüfung der Muskulatur auf Kraft, Dehnfähigkeit und motorische Kontrolle
  • Spezielle Tests z.B. für Instabilitäten, vaskuläre Tests

Die Behandlung

Gemeinsam mit dem Patienten werden das Ziel und der Behandlungsplan aufgestellt, der gezielt auf die Befundaufnahme aufbaut. Die festgestellten Störungen werden über speziell ausgewählte Maßnahmen beeinflusst.
Diese Maßnahmen umfassen z.B.

  • Techniken zur Verbesserung der Gelenkfunktionen und der Beweglichkeit des Nervensystems
  • Übungen zur Verbesserung muskulärer Ungleichgewichte
  • Schulung von alltags- und sportartspezifischen Bewegungsabläufen
  • Aufklärung über Zusammenhänge der Entstehung des Problems, um einen langfristigen Behandlungserfolg zu gewährleisten
  • Eigenübungen und Hilfe zur Selbsthilfe

Während der gesamten Therapie findet sofort ein Wiederbefund der wichtigsten Testbewegungen statt. Dies ermöglicht die sofortige Korrektur der vom Therapeuten aufgestellten Hypothesen und eine an den Patienten angepasste Behandlung.

Das Konzept fordert vom Therapeuten ein hohes Maß an Selbstkritik und Disziplin und entwickelt seine Stärke bei der genauen Anpassung der therapeutischen Maßnahmen und des Heimprogramms an das aktuelle Problem.

(Quelle: www.dvmt.org | Deutscher Verband für manueller Therapie)

 

2. Manuelle Therapie nach Cyriax

Die manuelle Therapie nach Cyriax, auch Cyriax-Methode, benannt nach dem Orthopäden James Cyriax, befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung des Bewegungsapparates und insbesondere der Weichteile.

Ziel der Manuellen Therapie nach Cyriax ist es, entzündungsartige Schmerzzustände an den Sehnenübergängen zu den Muskeln und zu den Knochen zu behandeln. Solche Schmerzzustände treten typischerweise in den Bändern der Fuß- und Kniegelenke, im Ellbogen und in den Schultern auf.

Kern der Cyriax-Methode ist die intermittierende Spezialmassage – die Querfriktion – der Sehnenübergänge, um die genannten Schmerzzustände, Adhäsionen des Gewebes und eingeschlossene Ödeme zu beseitigen bzw. diesen vorzubeugen.

(Quelle: www.deutschegesundheitsauskunft.com)

 

3. Manuelle Therapie nach DGMM

Die Deutsche Gesellschaft für manuelle Medizin e. V., kurz DGMM, beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erforschung und Weiterentwicklung der manuellen Medizin sowie ihre Integration in die medizinische Versorgung.

Durch die konsequente Weiterentwicklung der Diagnostik und Behandlung in den DGMM Seminaren konnte die Indikationsbreite der funktionellen und manuellen Verfahren erheblich vergrößert werden. Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin, Rehabilitation aber auch Pädiatrie, HNO, ZMK und Schmerztherapie sind heute ohne Manuelle Medizin nicht mehr denkbar.

(Quelle: www.dgmm.de | Deutsche Gesellschaft für manuelle Medizin e. V.)

 

4. Manuelle Therapie nach IFK

In der Manuellen Therapie nach IFK werden Funktionsstörungen des Bewegungssystems untersucht und behandelt, z.B. bei Kopfschmerzen, Hexenschuss, Tennisellenbogen oder Bewegungseinschränkungen nach einer Verletzung. Die Manuelle Therapie hilft, Schmerzen zu beseitigen und Bewegungsstörungen zu lindern. Bevor der Physiotherapeut die Behandlung festlegt, überprüft er u.a.:

  • Gelenkmechanik
  • Muskelfunktion
  • Koordination der Bewegungen

Bei der Manuellen Therapie können sowohl passive Techniken als auch aktive Übungen zum Einsatz kommen. In der Behandlung mobilisiert der Therapeut eingeschränkte bzw. blockierte Gelenke durch sanfte Techniken oder stabilisiert überbewegliche, instabile Gelenke durch individuelle Übungen. Ziel der Manuellen Therapie ist es, das Zusammenspiel zwischen Gelenken, Nerven und Muskeln wieder herzustellen.

Die Manuelle Therapie kann nur von speziell dafür ausgebildeten, zertifizierten Physiotherapeuten durchgeführt werden.

(Quelle: www.ifk.de | Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten — IFK e. V.)